2. Teilchenmikroskope

Prinzipiell braucht man zur Untersuchung der Struktur eines Objektes eine Quelle, von der  ein Teilchenstrahl auf  das Objekt fällt und es gewissermaßen abtastet. Ein Detektor registriert anschließend die am Objekt gestreuten Teilchen.

So benötigt man zum Beispiel eine Lampe, deren Lichtteilchen auf einen Körper fallen, und das Auge, um das reflektierte Licht aufzunehmen. Die Lampe ist also die Quelle und das Auge der Detektor.

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Bei Untersuchungen von Teilchen des subatomaren Bereichs, d.h. von Ausmessungen kleiner als Atome (wie zum Beispiel von Protonen im Atomkern, wie unten abgebildet), haben die untersuchenden Teilchenstrahlen zwei wichtige Funktionen:

  1. Sie sollen die feinen inneren Strukturen des Objekts auflösen können, so dass man aus dem Nachweis der gestreuten Teilchen mit dem Detektor ein Bild des Innenlebens des Objektes erhält.
  2. Manchmal ist es zudem nicht unerwünscht, dass dabei auch neue Teilchen entstehen, die man ebenfalls nachweist, um daraus Schlüsse über die Art der Wechselwirkung mit dem Objekt, und damit über das Objekt selber zu ziehen.

lambda-k.gif (1461 Byte)kern.gif (4612 Byte)lambda-kb.gif (1209 Byte)auge-l.gif (1237 Byte)

Je kleiner die zu untersuchenden Objekte sind, desto kleiner muss auch die Ausdehnung der verwendeten Strahlteilchen sein. Mit Elektronenstrahlen kann man also bessere Auflösung erzielen als mit Protonenstrahlen.

Die Auflösung wird aber noch durch einen anderen Effekt begrenzt, der zu den eigentümlichen Eigenschaften von Teilchen gehört: Den Ort, an dem ein Strahlteilchen das Objekt getroffen hat, kann man umso besser bestimmen, je größer die Energie, oder, genauer gesagt, der Impuls p der Strahlteilchen ist. Dies ist Inhalt der

Heisenberg'schen Unschärferelation
x >h/p

Es genügt also nicht, kleine Teilchen (Elektronen, Photonen) zu haben, sie müssen auch hohe Energien besitzen. Für Lichtteilchen ist .h/p gerade gleich , der Wellenlänge des Lichts. Auch andere Teilchen kann man so eine effektive Wellenlänge zuordnen. Mehr über diese sogenannte de-Broglie Wellenlänge von Teilchen in der Ergänzung. Für die Untersuchung von Objektstrukturen mit Teilchenstrahlen gilt also:

Um die Struktur eines Objekts auflösen zu können, muss die Wellenlänge
der Teilchen eines Untersuchungs-Strahls immer kleiner als die Objektstruktur sein!


D.h., wenn man elektromagnetische Wellen zum Auflösen der Struktur eines Objekts verwendet, muss die Wellenlänge  der verwendeten Photonen immer kleiner sein als die Struktur des Objekts.
 
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Die Wellenlängen des sichtbaren Spektralbereichs liegen zwischen ca. 400 nm und 800 nm. Das bedeutet, ein normales optisches Mikroskop kann also nur Strukturen bis zu 0,001 mm auflösen.

Will man  kleinere Strukturen untersuchen, so muss man anstelle von sichtbarem Licht z.B. Röntgen- oder -Strahlen zur Objektuntersuchung benutzen, weil diese kleinere Wellenlängen haben. Um Elementarteilchen im subatomaren Bereich erforschen zu können, braucht man ein sehr großes Auflösungsvermögen, das von  hochenergetischen Teilchenstrahlen mit großen Impulsen geliefert wird.

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Nun stellt sich die Frage, wie man Teilchen beschleunigt, damit sie auf solch hohe Energien kommen.

Das wird auf den folgenden Seiten erklärt.

  

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