Dies wollen wir nun für die einfacheren Elektron Positron Kollisionen
anwenden, und mit einem
Quiz:
Ereignisidentifikation
abschliessen.
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Elektron-Positron
Kollisionen:
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Wenn bei einer e+e--Kollision
eine Paarvernichtung stattfindet,
so bildet sich zunächst ein Austauschteilchen (Photon
oder Z Teilchen). Treffen dabei Elektron und Positron mit gleicher
Energie in entgegengesetzter Richtung aufeinander, so entsteht das
Austauschteilchen in Ruhe (mit Impuls
= 0) und besitzt die Summe der beiden Energien. Entspricht diese "Schwerpunkts
- Energie" genau der Masse des Z Teilchens (91.2 GeV/c2),
so wird dieses besonders häufig erzeugt. Wenn es durch Paarerzeugung
zerfällt, muss die Summe der Impulse der Zerfallsprodukte wieder Null
sein. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob alle Teilchen gefunden
wurden. |
| 1.) Ein Beispiel für die Erzeugung
eines Elektron-Positron-Paares. |
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Die zwei Teilchen im Bild links unten sind geladen,
da sie Spuren in der Spurkammer hinterlassen. Man findet eine unterschiedliche
Krümmungsrichtung der Spuren, also hat ihre Ladung unterschiedliche
Vorzeichen. Sie geben ihre Energie im elektromagnetischen Kalorimeter
komplett ab. Eine genaue Messung ergibt, dass ihre Spuren im Magnetfeld
gleichstark gekrümmt sind, d.h. ihre Impulse gleich, aber entgegengesetzt
sind.
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Man hat es hier mit folgender Teilchenreaktion zu
tun:
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Zusammenfassend gilt:
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Zwei geladene Reaktionsprodukte,
die ihre gesamte Energie im elektromagnetischen Kalorimeter hinterlassen
und deren Impulse entgegengesetzt sind, identifizieren wir als Elektron-Positron-Paar.
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2.) Ein Beispiel für die Erzeugung eines Myon-Antimyon-Paares.
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| Die zwei geladenen Teilchen des nächsten
Bildes geben ihre Energie im elektromagnetischen Kalorimeter nicht
nennenswert ab. Wegen der Krümmung der Spur im Magnetfeld schließt
man auf Teilchen mit entgegengesetzter Ladung. Im hadronischen
Kalorimeter und in der Myon-Kammer hinterlassen diese Teilchen ebenfalls
eine Spur. Es handelt sich um Myonen. |
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Man hat es also mit folgender Teilchenreaktion zu tun:
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Zusammenfassend gilt:
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Geladene Reaktionsprodukte,
die im elektromagnetischen und im hadronischen Kalorimeter lediglich
Ionisationsspuren hinterlassen und bei denen die Myon-Kammern ansprechen,
identifizieren wir als Myonen bzw. Antimyonen.
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| 3.) Ein Beispiel für die Erzeugung
von Tauonen. |
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Hier sind zwei sichtbare Teilchen entstanden. Aus
der Impulsmessung der gegenüberliegenden Teilchenspuren erkennt
man, dass auf beiden Seiten noch ein Energiebetrag fehlt.
Es müssen also weitere nicht nachweisbare Teilchen (Neutrinos) entstanden
sein. Mißt man die sichtbaren Spuren sehr genau, so findet
man, dass sie nicht exakt vom e+e- Wechselwirkungspunkt
stammen können, weil ihre Verlängerung ein klein wenig
(weniger als eine Haaresbreite) daran vorbeizielt. Tatsächlich ist
es hier so, dass zwei ursprünglich produzierte Teilchen nach weniger
als 1 mm Flugstrecke in andere Teilchen zerfallen sind. Dabei
sind rechts ein Elektron und zwei Neutrinos und links ein Myon und
zwei Neutrinos entstanden.
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| Die ursprünglichen Teilchen können
keine Quarks sein, da keine Jets (siehe unten) entstanden sind. Ebenso
war rechts ursprünglich höchstwahrscheinlich kein Myon, da dessen
Lebensdauer für einen Zerfall in ein Elektron nach 1 mm viel
zu lange ist. |
| Man nennt die hier produzierten Teilchen Tauonen,
die massereicheren Partner von Elektronen und Myonen. Aus vielen Experimenten
weiß man, daß sich diese neuen Teilchen auch Leptonen
sind. Sie wiegen ca. doppelt so viel wie ein Proton, haben ganzzahlige
elektrische Ladung, entstehen in Prozessen der schwachen und elektromagnetischen
Wechselwirkung, und haben vielfältige Möglichkeiten zu zerfallen.
Im obigen Beipiel tun sie es so: |
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| 4.) Ein Beispiel für die Erzeugung
eines Quark-Antiquark-Paares. |
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Im Bild unten gibt es zwei Gruppen von Teilchenspuren,
die sich in zwei Richtungen bewegen, sogenannte Jets.
Die ursprünglich produzierten Teilchen, sogenannte Quarks, bilden
diese Jets aus Hadronen, da
sie nicht als freie Teilchen existieren.
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Folgende Teilchenreaktion ist links dargestellt:  |
| Im allgemeinen rekonstruiert man nicht die einzelnen
Teilchen eines Jets, kann aber aus der Gesamtladung und der
Gesamtenergie eines Jets wichtige Schlüsse ziehen. Durch Summieren
wird die Energie des Jets ermittelt. Diese entspricht der Energie
des ursprünglichen Teilchens. |
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Zusammenfassend gilt:
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Treten zwei Jets auf,
so identifiziert man die primären Reaktionsprodukte als ein Quark-Antiquark-Paar.
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| 5.) Ein Beispiel für die Erzeugung
eines Gluons plus eines Quark-Antiquark-Paares . |
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Das Bild zeigt drei Jets. Der dritte Jet stammt nicht
aus der ursprünglichen Paarbildung. Eines der Quarks hat hier ein
Gluon, das Austauschteilchen der starken
Wechselwirkung, abgestrahlt. Diese ist für den Zusammenhalt
der Nukleonen im Atomkern verantwortlich. Es gibt also auch Gluon-Jets.
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Es liegt folgende Teilchenreaktion vor:  |
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Zusammenfassend gilt:
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Treten drei Jets auf,
so identifiziert man die primären Reaktionsprodukte als ein Quark
und ein Antiquark, von denen eines ein Gluon abgestrahlt
hat.
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Zum Abschluss
des experimentellen Teils ein kleines Quiz:
Ereignisidentifikation
, zum Test, ob sie alles verstanden haben.
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